#MikaGO

 

#MikaGO

 

Es hat nicht notwendigerweise immer mit dem Willen zur Distinktion zu tun, wenn eins ein Massenphänomen meidet. In den vielen Fällen steckt #anxiety dahinter.

Nun konnte mich bisher keine_r zwingen Harry Potter ob meines Desinteresses zu lesen und was andere lesen ist ihre Sache. Hunger Games habe ich dann doch mal geguckt, weil ich dachte, dass wäre so ein ganz wichtiger Film für eine Generation, der ich nicht angehöre, von denen einige sich mit dem Film identifizieren. Bei dem Film fehlte mir der Subtext, sei’s philosophischer Art, sei es mit Referenzen zu unterschiedlichen politischen Systemen. Es wurden Menschen in Arenen verheizt, ein be_hinderter Mensch hätte in den Szenarien eh keine Chance gehabt, weder als „Harte_r Arbeiter_in“ noch als Kämpfer_in in der Arena. Warum überhaupt kämpfen in so einer düsteren Endzeitwelt, welchen Sinn die Befreiung haben sollte, wurde mir nicht klar. Es gab keine Vision.

Im Moment ist #PokémonGO ein mir überall begegnendes Phänomen. Anders als bei Büchern und bei Filmen, die ich bei Desinteresse oder aus anderen Gründen einfach nicht lese oder gucke, werde ich im Moment auf twitter, aber auch teils draußen, mit Details eines Spiels überhäuft, dass mich triggert, am meisten der Teil mit den Kämpfen in den Arenen.

Im Gegensatz zu PC-Ballerspielen, die mich nichts angehen (es sei denn sie werden mega laut, nachts und in der Nachbarschaft gespielt), weil sie in meiner Abwesenheit stattfinden und wo ich Spielenden nicht meine Wertung aufdrücken muss, schränkt mich PokèmomGO ein.

Und zwar folgendermaßen:

  1. Ich muss ewig scrollen, ich muss dabei etwas vom tweetcontent, den ich eigentlich nicht lesen wollte, wegen triggernder Details/Sprache, lesen, um zu sortieren. Ich kann tweetdeck nicht zum muten von hashtags benutzen, weil die Ansicht mit kleinerer Schrift, der hohe Layout-Kontrast, die viele Information auf einmal für mich Barrieren sind.

 

  1. Meide (mute) ich alle Personen, die mal über PokémonGo twittern, dann sind das sehr viele Menschen meiner timeline, deren andere Themen ich so komplett versäumen würde.

 

  1. Seit ich gesagt habe, dass ich das Spiel ableistisch finde, bekomme ich Rat, was ICH denn tun könnte; die Reaktion ist in der Regel nicht: “Hm, was können WIR tun?“ Menschen, die mir sonst gerne glauben, dass ich nicht so ohne Weiteres behaupte, dass etwas ableistisch ist, wollen Erklärungen und sehen das alles anders. Ich müsste mich also mit triggernden Details befassen, um „überzeugend“ (?) zu argumentieren? Ableismus Hello.                                                                Was ich mir wünsche, wenn Kritik kommt, SELBST darüber nachzudenken.       Take your time.

Folgende Anhaltspunkte:

  • Der Trigger: Das Fangen, zähmen und kämpfen lassen in Arenen bis zur Vernichtung ist ein ableistisches survival of he fittest scenario/Narrativ, Ihr seid buchstäblich die Unterdrücker_innen, Bullies, natürlich nur virtuell. Mir wurde entgegnet: „Aber es sind ja keine Menschen!“ Wisst Ihr, wie das klingen kann  für Menschen, denen ihre Menschlichkeit abgesprochen wurde und wird? Oder die als Feind von law and order Vertreter_innen gelten? Ja, trigger haben es nun mal so an sich, dass sie dekontextualisert auftreten und die sucht eins sich nicht aus. Zugegebenermaßen wäre mir das Spiel sympathischer, wenn die Monster befreit würden, und wir in Anarchie und Chaos unseren Frieden fänden. Wenn es allerdings nur Geschmackssachenangelegenheit wäre, hätte ich mir weitere Kommentare verkniffen. Nur diese extra anxiety brauche ich nicht. Und auch keine solchen Reaktionen, wie ungebetene Ratschläge + Twittermeidungsempfehlungen.

 

 

  • PokémonGo Die Barrieren: Es wurde mehrfach geschrieben, dass die PokémonGo-App nicht barrierefrei/barrierearm ist. Sie ist nicht mit screenreadern kompatibel, für körperlich be_hinderte Menschen sind Orte zum Sammeln, etc nicht zugänglich. Menschen of Color gehen ein Risiko ein „verdächtig“ zu wirken, Menschen mit geringen Budget haben nicht alle smartphones mit erforderlichen Netz/Tarif/Datenvolumen wurde auch eingewandt. All diese Personen sind exkludiert von Anfang an. Und ja, Barrieren sind ableistisch. Und es gibt weitere überschneidende Intersektionen, die eine Rolle spielen, wie zugänglich PokémonrGo ist.

 

  • Wie auf die Kritik an Ableismus reagiert wird, ist auch oft ableistisch:               Verträgst Du es nicht, musst Du eben Fernbleiben, was, wir sollen über für Dich bestehende Barrieren nachdenken???

 

Mir wird meist zugehört, wenn einer Person die von mir geschilderte Form des Ableismus vertraut ist. Es hört aber schon wieder da auf, wo es die andere Person ein Sorte Ableismus nicht persönlich be_trifft, dann kann es nicht verletzend sein. „Also mich verletzt/triggert/schränkt das ja nicht ein!“                                                              Tja, schön für Dich.

Ich hatte den Vorschlag aufgegriffen, dass twitteries sich doch Spieleaccounts machen könnten und darüber auf twitter vernetzen. Das fanden viele zu mühsam, also darf es mühsam bleiben für die, die nicht muten können, die viel scrollen müssen, bis sie zu anderen Inhalt gelangen, dabei unkonsensuell mehr über das Spiel erfahren als ihnen gut tut. OKaaay.

Nein, nicht wirklich okay.

 

Ich bin es leid, nur willkommen zu sein, wenn ich etwas über Ableismus sage, der Euch be_trifft oder auf Anhieb einleuchtet.

Ich bin es leid, dass das Thema Ableismus und die Verantwortung für selbigen outgesourced wird. Mich muss niemensch retweeten oder erwähnen um das Gewissen zu beruhigen, und sobald selbst von meiner Kritik betroffen, wird die Defensive gewählt statt Ver_Änderung in Erwägung zu ziehen.

Ich habe mich auch zu vielen anderen Themen geäußert, mir ist bewusst, dass es andauernd Verwobenheiten von Ableismus mit anderen Intersektionen und Kontexten gibt. Es isoliert als ein Thema zu denken, zu dem ich angeblich was zu sagen habe (so lange genehm) ist super unbefriedigend, auch dieses erasen meiner anderen Themen und Intersektionen, es gibt so eine Art outsinglendes Lob, das zum Abstellgleis führt.                                                                                                                                   Dort steh ich rum seit einer Weile, in 2016. Und warte.

 

#mikago